Studienprofil der Klasse


Der Begriff Zeichnung unterlag im letzten Jahrhundert einem starken Wandel. Die Kunstrichtungen wie z.B. Surrealismus, oder Dada initiierten das intensive Experimentieren mit ungewöhnlichen zeichnerischen Mitteln und ihren Untergründen. Die oft untergeordnete Rolle der Zeichnung als z. B. Studie bzw. Skizze wurde dadurch teilweise hinterfragt und die Möglichkeit der Gleichstellung dieses Mediums mit den etablierten Kunstausdrucken (wie die Malerei) angeregt.

Diese Entwicklung setzte sich auch später z.B. mit der Konzept-, oder Minimal Art fort. Mit dem gleichzeitigen Auftreten der Neuen Medien Anfang der 60er Jahre bis heute wurde die Verwirklichung der Zeichnung in diesen neuen medialen Kontexten sichtbar, auch als die Dokumentation vielfältigen zeichnerischen Äußerungen. Dabei wurden unterschiedliche zeichnerische Materialien genutzt. Immer häufiger ersetzt der reale Raum (auch die Landschaft als Raum), bis hin zum virtuellen Raum das Papierblatt.

Neben der Vermittlung der traditionellen zeichnerischen Methoden und druckgrafischen Techniken (vor allem Tief- und Hochdruck) wird im Lehrgebiet der Freien Zeichnung und Druckgrafik auch das Experimentieren gefördert. Das wird durch die speziell dafür geschaffenen Projekte (die Veranstaltungsreihen "Zeichnung im Kontext" und "Zeichnen nach Natur und ihrer Abbildung") und die theoretische Auseinandersetzung mit ihren jeweiligen Themen unterstützt. Die Grundlage auch dieses Lehrmodells bleibt selbstverständlich die selbstständige intensive künstlerische Praxis der Studierenden.

Außer dem selbstständigen Arbeiten allein und in der Gruppe ist ein interdisziplinärer Austausch mit den anderen Lehrgebieten Bestandteil der Lehre, genauso wie die Teilnahme der Studentinnen und Studenten am gegenwärtigen Kunstdiskurs in Ausstellungsbesuchen.

Profile of Studies


The term "drawing" underwent a fundamental transformation in the last century. Art movements like Surrealism and Dada initiated intense experimentation with unaccustomed drawing media and backgrounds. Drawing's often subordinate role, for example as studies or sketches for painting, was thereby questioned and the possibility of this medium's equal status with the established forms of artistic expression (like painting) was suggested.

This development also continued later, for example in Concept and Minimal Art. The simultaneous appearance of the New Media from the early 1960s to the present made the realization of drawing visible in these new media contexts, including as the documentation of diverse draftsmanlike expressions. A wide range of drawing materials was thereby used. More and more frequently, real space (including landscape as space) and virtual space replaces the sheet of paper.

Along with instructing traditional drawing methods and printing techniques (especially intaglio and raised block), the area of Free Drawing and Printmaking also promotes experimentation. This is supported by the projects especially created to this end (the event series "Drawing in Context" and "Drawing after Nature and its Depiction") and by theoretical exploration of their respective themes. The basis of this instruction model, of course, remains the students' self-directed, intense artistic practice.

Apart from the independent solo and group works, an interdisciplinary exchange with other areas of study is a component of the course of learning, as is the students' participation in the current discourse on art on visits to exhibitions.